– Was seh' ich? rief endlich Valentin – dieser Mensch ist immer noch hier? Und Sie, Herr Graf, fügte er mit einer Verbeugung hinzu, sollten Sie noch nicht wissen – –
– Unverschämter, rief Eberhard, Du wagst es noch, dieses Haus zu betreten? Entferne Dich, ehe die Gerechtigkeit die Hand nach Dir ausstreckt!
Jetzt war Konrad seiner Sinne kaum noch mächtig.
– Ha, Elender, rief er mit zornblitzenden Augen, also Du hast den Fuß während meiner kurzen Abwesenheit in dieses Haus gesetzt? Jetzt erkläre ich mir alles –!
– Hinweg, befahl Eberhard, Marie ist meine Frau!
– Deine Frau?
– Der Ehecontract ist unterzeichnet und gerichtlich vollzogen – hinweg, ich bin hier Herr im Hause.
Leise ließ Konrad, als ob ihn die Kraft verließe, die ohnmächtige Marie neben dem Stuhle nieder, er selbst mußte sich an dem Tische halten, um nicht zu Boden zu sinken.
– Herr Graf, wisperte der Ortsrichter und zog ein Papier aus der Tasche – hier ist der gerichtlich bestätigte Ehecontract – Sie wissen, die Civilehe – –
Der Graf schob das Papier abwehrend mit der Hand zurück, dann trat er zu Marien, die in diesem Augenblicke sich wieder zu regen begann. Es war ihr deutlich anzusehen, daß die feste Kraft des Geistes die Schwäche des Körpers zu besiegen strebte.