– Das Gesetz, fuhr Marie fort; nicht aber die Kirche!
– Das thut nichts; ist dem Gesetze Genüge geschehen, so ist es nach unsern aufgeklärten Begriffen genug.
– Aber nicht nach den meinigen. Hören Sie deshalb meinen Willen!
– Was wollen Sie denn, liebe Mündel? fragte mit Ironie der Richter.
– Ich will, sagte Marie mit Würde, daß man mich so lange als unverheirathet betrachtet, bis der Priester dem contractlich abgeschlossenen Ehebunde die kirchliche Weihe ertheilt. So lange bleibe ich allein im vollen Besitze aller meiner Rechte und meines Vermögens.
– Und wann wird der Priester sein Geschäft vollziehen? fragte Eberhard.
– Dann, wenn ich mich dazu vorbereitet haben werde – vielleicht nächsten Sonntag.
– Marie, sagte der Jäger mit Galanterie, zwar ist dieser Aufschub ein Unglück für mein Herz, ich füge mich aber und harre!
– Sie begreifen wohl, daß mir bis dahin die Einsamkeit wünschenswerth ist – –
– Das heißt mit andern Worten – fiel rasch und ärgerlich der Richter ein – wir sollen uns entfernen?