– Die Kraft verläßt mich – hörte er Marien mit sich selbst reden – ich kann des Försters Frau nicht werden – und Konrad flieht mich – er unternimmt nichts für sein Mädchen, giebt es dem Schmerze und der Verzweiflung preis – o mein Gott, mein Gott!
– Marie! Marie! rief Konrad unwillkührlich und sank zitternd auf die Knie in das bethaute Gras nieder.
– Himmel! rief die Stimme in der Laube – wer ruft mich?
– Marie, nur ein Wort, ehe ich von Dir scheide!
– Konrad, Du kommst zu mir, zu dem Mädchen, das Du hassen solltest, denn es hielt Dich fähig, ein Verbrechen zu begehen –?
Als ob ihn eine unsichtbare Gewalt dazu antriebe, raffte sich der junge Mann empor, riß die Gartenthür auf und stürzte in die Laube, in der Marie weinend am Boden lag.
– Konrad, rief sie ihm entgegen, ich bin ein elendes, unglückliches Geschöpf! Kannst Du mir verzeihen? Wirst Du mich nicht hassen?
– Nein, Marie, ich beklage Dich und liebe Dich immer noch mit der ganzen Kraft meines Herzens.
Sanft zog er das bebende Mädchen empor und drückte einen innigen, langen Kuß auf ihre glühende Stirn.
– Marie, Dein Schicksal betrübt mich mehr, als das meinige, denn Du mußt den Jugendfreund vergessen, und die Liebe, welche das Glück Deines Lebens machen sollte, wird Dir zur bittersten Qual.