– Himmel, flüsterte Konrad überrascht – ist das nicht das Haus des Försters Eberhard, des Mannes der unglücklichen Marie? Führt mich der Zufall hierher, oder hat mich die Hand des Schicksals geleitet? Ha, Bube, rief er aus und drohete mit der geballten Faust dem Fenster zu – Du bist der Teufel, der zwei Menschen unglücklich macht, Du trägst die Schuld, daß Marie weint und ich von Verzweiflung getrieben die Welt durchirren muß! Herr Gott im Himmel, hast Du mich hierhergeführt, daß ich Mariens Bande brechen soll, o so gieb mir ein Zeichen und mache mich zum Werkzeuge Deiner Vorsehung!
Ein lautes Klopfen an des Hauses Thür, die sich auf der entgegengesetzten Seite befand, gab dem jungen Manne Antwort auf diese Frage, die ihm die Verzweiflung erpreßt. Lauschend blieb er stehen.
– Wer klopft? fragte Eberhard's Stimme in dem Hause.
– Ich – Graff! war die Antwort an der Thür.
– Wer es auch sei, ich öffne um diese Stunde nicht!
– Eberhard, öffne die Thür!
– Komm morgen wieder!
– Oeffne, ich muß Dich sprechen in Deinem Interesse!
Das Gespräch schwieg. Statt seiner hörte Konrad das Oeffnen der Thüren und Schritte im Innern des Hauses. Von einer Ahnung getrieben, als ob er ein wichtiges für sein Leben entscheidendes Geheimniß entdecken würde, bog er leise die Zweige und Blätter zurück und steckte den Kopf durch eine Oeffnung des Zaunes, daß er durch das Fenster das beleuchtete Zimmer völlig übersehen konnte. Kaum hatte er diese Stellung eingenommen, als er Eberhard und Graff durch die Thür eintreten sah. Eberhard trug einen schlichten Hausrock, Graff war mit Gewehr und Hirschfänger bewaffnet.
Konrad hörte deutlich folgendes Gespräch, das sich zwischen den beiden Jägern entspann.