– Es soll kein Vorwurf sein, lieber Ferenz – fuhr Netti mit einer unbeschreiblichen Anmuth fort – ich bin weit entfernt, mich darüber zu beklagen. Sie besitzen Geist und Talent und Ihre schönen Verse haben mich oft erfreut – vernachlässigen Sie die edle Dichtkunst nicht; doch denken Sie dabei auch an Ihre Netti.

– Immer, immer, meine geliebte Braut! rief feurig der junge Mann, indem er sanft seinen Arm um ihre Taille schlang und einen zarten Kuß auf ihre weiße, schöne Stirn drückte.

– Ferenz, lispelte Netti, ich werde stolz sein, Ihre Frau zu heißen!

– Und ich der glücklichste der Menschen, Ihr Mann zu sein!

Beide vollendeten jetzt das Arrangement des Mittagstisches.

2.

Herr Czabo war indeß in die Küche gegangen.

Der Apotheker schien etwas mehr zu beabsichtigen, als die neue Köchin wegen des angebrannten Bratens beruhigen zu wollen.

Leise öffnete er die Thür, aus der ihm ein Duft entgegenquoll, der das erste Zeugniß von Kathi's Versehen ablegte. Herr Czabo rümpfte die Nase, aber er schwieg.

Kathi stand an dem Heerde und fachte mit einem Blasebalge das Feuer an, daß es laut knisterte. In den Töpfen, die auf dem Heerde standen, rauschte und zischte es, als ob Wasser mit siedendem Oele gemengt sei. Die Köchin bemerkte den Eintritt ihres Herrn nicht sogleich, der ruhig an der Thür stand und mit einem gewissen Wohlgefallen das junge Mädchen beobachtete.