– Bruder, ich lasse Dich nicht von der Stelle!
– Warum nicht? fragte Konrad lächelnd, indem er den Soldatenrock anzog.
– Wie Du glühst – Du bist krank!
– Du irrst, Schwester, ich war in meinem Leben nicht so gesund, als eben jetzt.
– Aber wo willst Du hin?
– In den Krieg!
– Konrad, Konrad, was soll ich glauben? Diese Antwort, – Deine funkelnden Blicke –!
Der junge Mann prüfte indeß den Inhalt einer Jagdtasche. Als er den nöthigen Schießbedarf darin vorgefunden, warf er sie über die Schulter, ergriff ein Gewehr, das an der Wand hing, und trat dann ruhig und freundlich zu seiner Schwester.
– Röschen, sagte er sanft, Du weinst und zweifelst vielleicht an meinem Verstande, weil ich von Dingen rede, die Dir sonderbar erscheinen; aber sei außer Sorge, der Gang, den ich jetzt zu machen gedenke, rettet unserm jungen Grafen das Leben, mir die schwer gekränkte Ehre und Marien die Freiheit. Begreifst Du nun meine plötzliche Umwandelung, liebe Schwester?
– Aber so erkläre mir doch –!