– Ja, sie wird meine Frau! aber nicht durch eine Civilehe!

– Nun, Konrad, wir haben Unglückstage zusammen verlebt, wir wollen auch den höchsten Festtag unseres Lebens zusammen begehen, und unsere Kameraden sind unsere gemeinschaftlichen Gäste!

Jetzt warfen die jungen Leute den todten Revierförster in den Wagen, und banden dann den grimmigen Graff mit den Händen an die Hinterachse, daß er nur die Füße zum Gehen bewegen konnte. Peter bestieg seinen Sitz wieder und fuhr langsam dem Dorfe zu. Der Graf und die Soldaten folgten zu Fuß.

Ein weißer Wolkenstreif im Osten kündete den jungen Tag an, als der Zug vor dem Hause des Ortsrichters anhielt.


Wir übergehen den Schmerz des Richters Valentin – nicht über den Tod seines Neffen, sondern über das Geld, das er für ihn in der Stadt bezahlt, und über den Verlust der fetten Wiese; wir übergehen aber auch die Seligkeit Mariens, als der Graf mit dem Ortsrichter in ihr Zimmer trat und Letzterer ihr den Ehecontract mit der Anzeige zurückgab, sie sei frei und könne dem Manne ihrer Liebe die Hand reichen – wir berichten nur noch, daß Konrad und Marie denselben Tag in Gegenwart des jungen Grafen und des Richters Valentin einen neuen Contract für Zeit und Ewigkeit schlossen und daß am nächsten Sonntage in der mit Blumen und Kränzen geschmückten Dorfkirche unter dem Gesange der andächtigen Gemeinde zwei Brautpaare die Weihe des Priesters erhielten – es waren der Graf Rudolph und Emma, geführt von den adelichen Verwandten, und Konrad und Marie, begleitet von Röschen, Philipp und Christian.

Graff ward dem Arme der Gerechtigkeit übergeben und Eberhard in einem Winkel des Kirchhofs dem Schooße der Erde.

Acht Tage später hielt ein Reisewagen vor Mariens Meierei – er war bestimmt, das junge Ehepaar nach dem Gute zu führen, das die Gräfin dem Retter ihres Gatten als Eigenthum überwiesen hatte.

Zu spät!