– Kinder, rief Herr Czabo nach einer Pause, versprecht Ihr mir, zu schweigen, wie das Grab?
– Wir versprechen es! sagten feierlich die jungen Leute.
– Gut, dann mag die Gräfin mit den zwölf Gulden, die ich ihr im voraus bezahlt, in der Türkei ihr Glück versuchen – meine Reputation ist mir mehr werth, als diese elende Summe.
– Vater, sagte Netti, ich habe Ihre Börse in der Küche am Boden gefunden – wenn Sie sie vermissen – hier ist sie.
Herr Czabo steckte die Börse zu sich. Seine Hand zitterte, als er sie ergriff, denn er erinnerte sich des Augenblicks, wo er sie in die niedliche Hand legte, die ein Heirathsproject in dem Kopfe des Wittwers erzeugt hatte.
Eine Stunde später hatte sich alles in die Schlafzimmer zurückgezogen. Netti träumte von ihrer nahen Hochzeit – Ferenz sandte noch ein Gebet für die Rettung der Flüchtlinge zum Himmel empor, dann entschlief er – und der Apotheker lag wachend in seinem Bette, er hatte mit einer schwermüthigen Freude den Schluß aus der ganzen Sache gezogen, daß es für die Ruhe seines Wittwerherzens gut sei, daß es so und nicht anders gekommen wäre. Ein Mann, dachte er, der jeden Tag Bürgermeister von Semlin zu werden hofft, kann doch seine Köchin nicht heirathen, und ich hätte sie geheirathet, wenn sie Kathi Lajos geblieben wäre. Der Wille des Himmels sei gepriesen!
Mit einem tiefen Seufzer hüllte sich der Kommandant in seine Decke und entschlief.
Als nach Mitternacht der Mond hinter einer schwarzen Wolke hervortrat und die romantischen Gestade der Donau beleuchtete, knieten drei Gestalten an dem Ufer des rauschenden Flusses und verrichteten ein kurzes Gebet.
Es waren Janos, Thekla und der treue Fischer – sie hatten glücklich nach einer dreistündigen gefahrvollen Fahrt das rettende Ufer erreicht.