– Es thut mir leid, antwortete das junge Mädchen mit einer kurzen Verbeugung – Sie sehen aber, ich kann nicht anders.

– Konrad? rief der Richter, indem er aufstand – ist er nicht mit unserm jungen Grafen in den Krieg gezogen?

– Derselbe, Herr Ortsrichter, und ich muß bekennen, daß ich ihm deshalb noch einmal so gut bin, denn es zeigt, daß er Muth und Vaterlandsliebe im Herzen trägt.

– Konrad, sagte der Jäger verächtlich, ein sonderbarer Geschmack!

– Mag sein, Herr Eberhard, aber ich liebe ihn!

– Außerdem hat der Mensch nicht hundert Thaler im Vermögen! fügte der Richter hinzu.

– Mag sein, Herr Valentin; aber ich liebe ihn und besitze eine Meierei, die uns beide ernährt.

– Hören Sie, Marie, ich bin Ihr Vormund und freue mich über Ihren braven Charakter – aber während Sie so fest an Ihrem Versprechen hangen, ist es ein leicht möglicher Fall, daß der arme Junge – vielleicht ohne es zu wollen – –

– Mein Gott, rief Marie erschreckt – was wollen Sie sagen? Wissen Sie vielleicht – –?

– Als Ortsrichter weiß ich Alles, mein Kind, und weiß auch, daß in dem Kriege gegen die furchtbaren Dänen viel Menschen gefallen sind, die eigentlich hätten zu Hause bleiben können.