– Du sprichst von Revanche, Graff – begann nach einer Pause der Revierförster wieder – was nützt mir die Gelegenheit dazu, wenn mich auf Tritt und Schritt das Unglück verfolgt?
– Es giebt verschiedene Branchen, sein Glück zu machen, muß es denn immer nur das Spiel sein? Eberhard, ich dürfte nicht in Deiner Haut stecken, oder es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht in kurzer Zeit ein reicher Mann wäre. Sieh' Dich nach einem reichen Mädchen um, Freund, es giebt ja so viel Bauerdirnen, die nur deshalb noch ledig sind, weil sie keinen Bauerjungen heirathen, sondern etwas höher hinauswollen.
– Die Absicht hatte ich gestern, antwortete Eberhard, und glaubte schon, daß mir ein hübsches Mädchen mit einer einträglichen Meierei nicht entgehen könne –
– Mit einer Meierei –? Nun –?
– Der Teufel trieb wieder sein Spiel, denn die Rückkehr jenes Konrad, der so dumm war, mit unserm Grafen in den Krieg gegen die Dänen zu ziehen, vereitelte alle meine Aussichten.
– Und dies macht Dich so untröstlich? rief Graff, indem er in ein so lautes Gelächter ausbrach, daß das Echo des Waldes es zurückgab.
– Wenn man keine andere Aussicht hat, allerdings! gab Eberhard düster zur Antwort.
– Bist Du ein engherziger Mensch! Giebt es nicht noch tausend andere Quellen auf der Welt, aus welcher der Kluge leicht und ohne Mühe seinen Vortheil schöpfen kann?
– Nenne mir eine solche Quelle, rief Eberhard, nenne sie mir und beweise, daß Du ein kluger Mensch bist!
Graff blieb stehen und sah seinen düstern Freund einen Augenblick an, dann sagte er halb laut, als ob er fürchtete gehört zu werden: