– Man wird mich nicht zwingen, mein Mädchen, denn, noch ehe das Laub von den Bäumen fällt, bin ich Dein Mann, und wenn ich nachweise, daß die Verwaltung der Meierei auf mir allein lastet, kann mich kein Teufel zwingen, diesen erbärmlichen Krieg mitzumachen.

– Du sahest auch viel besser aus, als Du den Soldatenrock abgelegt und Deine gewöhnlichen Kleider wieder angezogen hattest, und vorzüglich stand Dir die alte Feldmütze schlecht. Da lobe ich mir den schwarzen Hut, rief lächelnd das junge Mädchen – Du siehst noch einmal so hübsch darin aus.

– Und wie werde ich erst aussehen, antwortete Konrad, wenn das rothe Bräutigamsband daran flattert!

– Das wollen wir gleich einmal probiren! rief Marie, indem sie dem jungen Manne den Hut vom Kopfe nahm.

– Nun, was willst Du mit dem Hute?

– Gieb Acht, Konrad!

Mit einer leichten Handbewegung hatte Marie ein rothes Band von ihrem schwarzen Mieder abgelös't, das auf der Brust eine große Schleife bildete, und schlang es um den Hut, den sie auf ihren Knien hielt.

– So, sagte sie fröhlich und setzte dem Geliebten den Hut wieder auf das Haupt – so sieht ungefähr der Hut eines Bräutigams aus – schade, daß das Band keine längern Schleifen hat!

– Marie, rief der entzückte Konrad, dieses Band gebe ich Dir nicht zurück!

– Nun, so behalte es, bester Freund, seine rothe Farbe mag Dir ein Sinnbild meiner Liebe sein!