– Höre mich an, sagte seufzend der Graf, und urtheile selbst, ob mein Wunsch ein gerechter ist: man hat mich meiner Emma beraubt!

– Wie, rief Konrad, der jungen Gräfin, von der Sie stets mit so großer Liebe sprachen, so oft wir uns sahen?

– Und die ich bei meiner Rückkehr zum Altare zu führen gedachte. Während meiner Abwesenheit hat man über ihre Hand verfügt, die Familie hat bestimmt, daß sie den alten Baron von H. heirathen soll.

– Unglaublich! rief Konrad.

– Und dennoch wahr! seufzte der Graf.

– Der Baron ist ja mindestens noch einmal so alt, als Sie, Herr Graf. Die junge Gräfin Emma kann den Greis nicht lieben!

– Sie liebt nur mich, ich weiß es; ihre Familie aber will es, und das arme Mädchen muß gehorchen. Wie man mir gesagt, soll in einigen Tagen die Verlobung stattfinden.

– In einigen Tagen schon?

– Wahrscheinlich, um die Sache vor meiner Heimkehr abzumachen, die man so bald nicht vermuthet hat. Das Ganze ist das Werk des Barons, darum habe ich ihm geschrieben und ihn auf Degen gefordert.

– Herr Graf, was haben Sie gethan! rief Konrad zurückfahrend.