– Was meine Ehre erfordert! Diesen Abend neun Uhr findet das Duell in den Ruinen der nahen Abtei statt.

Graff, der am Fenster aufmerksam gelauscht, flüsterte seinem Genossen zu:

– Der Ort ist gut gewählt, denn er eignet sich vortrefflich, jemandem ungestört den Hals zu brechen!

– Aber haben Sie auch alles reiflich bedacht? wandte Konrad ein, dem das Geschick des Grafen tief zu Herzen ging – erwägen Sie, daß schon Ihr Brief genügt, Sie anzuklagen und zu verurtheilen!

– Ich trotze allem, antwortete finster der junge Graf, da ich an der Zukunft verzweifele.

– Und wenn sich der Baron nun nicht stellt und Sie anklagt, einen Anschlag auf sein Leben ausgeübt zu haben?

– Er wird sich stellen, denn er besitzt Muth.

– Und wahrscheinlich auch Kaltblütigkeit, während Sie in der größten Aufregung sind. O mein Gott, wenn er Sie tödtete! rief Konrad.

– Nein nein, fürchte nichts, ich kann mich auf meinen Arm verlassen!

– Und wenn Sie den Baron tödten oder verwunden?