– Nichts in der Welt! antwortete fest der Graf. – Du zögerst und überlegst – sollte ich mich in Dir getäuscht haben? Willst Du mir den letzten Dienst nicht erweisen?

– Sie wollen es, Herr Graf – so sei es denn! Ich werde mich mit dem Gespanne an dem Kreuzwege einfinden. Gebe nur der Himmel, daß ich nicht lange auf Sie zu warten brauche!

– Konrad, kann ich auf Deine Verschwiegenheit zählen?

– Wie auf mein Bayonett in der Dänenschlacht!

– Selbst Marie wird nichts erfahren, da sie mir herzlich zugethan ist?

– Mein Wort darauf!

– Auf Wiedersehen!

Der Graf schlug seinen Mantel um die Schultern, um ein Paar Degen zu verbergen, dann verschwand er im Walde. Konrad eilte so bestürzt in das Wirthshaus, daß er nicht an den Hut dachte, den er auf der Bank unter dem Fenster hatte liegen lassen.

Nach einigen Minuten trat der junge Mann wieder aus dem Hause; er führte Marien am Arme, die ihn mit Fragen über den fremden Mann bestürmte. Aber Konrad hielt sein Wort, er gab ausweichende Antworten und verschwieg, obwohl mit schwerem Herzen, seiner Braut den Namen des Grafen und dessen Absicht. Bald hatten sie das Dorf erreicht. An der Meierei schieden sie. Marie, obgleich sie den braven Character ihres Geliebten kannte, mit sorglichem Herzen, und Konrad, den das Schicksal seines Gutsherrn kümmerte, mit klopfender Brust, denn er glaubte, zu seiner Rettung nicht früh genug auf dem Kreuzwege einzutreffen.

Als die beiden jungen Leute den Waldplatz verlassen, traten Graff und Eberhard aus dem Wirthshause. Sie wünschten dem alten Kaspar laut eine gute Nacht und verschwanden im Walde. Der Greis schloß die Thür seines Häuschens.