Marie war wieder auf die Bank gesunken und verfolgte mit starren Blicken jede Bewegung Konrad's, ihr Ohr verschlang jedes seiner Worte.
– O mein Gott, murmelte der junge Mann vor sich hin – wer mag der Ueberwundene sein? Ist er todt, oder noch am Leben? Und wo ist er? – Wenn ich mich an seinen Gegner wende?
– Mensch, rief Röschen erschreckt über das Wesen des Bruders – was sinnst Du? Hast Du denn Deinen Verstand verloren?
– Laß mich, ich muß Gewißheit haben, es koste was es wolle!
– Wohin willst Du?
– Ich kehre bald zurück – jetzt laßt mich – mir brennt der Boden unter meinen Füßen!
Wie ein Sinnverwirrter, der von seiner Umgebung nichts mehr weiß, stürzte der arme Konrad aus der Laube der Gartenthür zu, durch welche er eingetreten war. Doch ehe er sie erreicht hatte, trat keuchend der Ortsrichter Valentin ein.
– Halt! rief er dem Flüchtigen zu und versperrte ihm den Weg einen Augenblick.
– Ich kann nicht! rief Konrad.
– Sie müssen warten, entgegnete der erhitzte Ortsrichter, ich habe mit Ihnen zu reden!