Was sollte das heißen? Oder war sie ganz einfach vor den Folgen bange? Das ist ihm nicht klar geworden.


Die Zeit verging und der Frühling näherte sich. Johans nächster Verkehr war ein Lehrer an der Kunstgewerbeschule, der dichtete und in der Literatur Bescheid wußte, auch musikalisch war. Sie machten ihre Spaziergänge nach dem Wirtshaus „Stallmeisterhof‟ hinaus, sprachen von Literatur und aßen dort zu Abend. Während Johan seiner Kellnerin den Hof machte, spielte der Lehrer auf dem Piano. Zuweilen leistete der Lehrer sich das Vergnügen, lustige Verse an die Mädchen zu schreiben. Johan war darauf versessen, Verse zu schreiben, aber er konnte es nicht. Das mußte angeboren sein und auf einmal kommen, wie die Bekehrung. Er war ganz deutlich nicht berufen. Wie gern wäre er es gewesen! Er fühlte sich von der Natur vernachlässigt, wie mit einem Gebrechen behaftet.

Eines Abends, als Johan mit dem Mädchen plauderte, sagte sie ganz plötzlich zu ihm:

— Freitag ist mein Namenstag. Du wirst mir doch einige Verse schreiben?

— Ja, sagte Johan, das will ich tun.

Als er dann den Lehrer traf, erzählte er dem sein übereiltes Versprechen.

— Ich werde sie dir schreiben, sagte der.

Am nächsten Tage lieferte er Johan ein Gedicht ab, das fein ins Reine geschrieben und in Johans Namen verfaßt war. Es war durchsichtig unanständig und lustig. Am Morgen des Namenstages wurde es abgesandt.

Am Abend desselben Tages kamen die beiden Lehrer, um zu gratulieren und zu Abend zu essen. Das Mädchen war eine Weile nicht zu sehen, denn sie hatte Gäste zu bedienen. Den Herren wurde gedeckt, und sie fingen an zu essen.