Daran hatte der freundliche Mann auch gedacht.

—Wohnen Sie bei uns in der Stadt und unterrichten Sie meine Knaben.

Das war ja ein reines Geschäft, eine Stellung und keine demütigende Wohltätigkeit. Aber die Schule? Seinen Posten aufgeben?

— Das ist nicht Ihr Platz, schnitt der Doktor ab. Jeder soll nach seinen Gaben wirken. Ihre Gaben können nicht in der Volksschule wirken, wo sie den Unterricht, wie ihn die Schulbehörde verlangt, geben sollen.

Das fand Johan vernünftig, aber die Mönchslehre war ihm so in Fleisch und Blut übergegangen, daß er einen Stachel im Herzen fühlte. Er wollte so gern aus der Volksschule fort, aber ein sonderbares Pflichtgefühl hielt ihn zurück. Daß man ihm Ehrgeiz, einen so menschlichen Trieb, vorwerfen könnte, erregte seine Scham. Und seine Stellung, die war ihm, dem Sohn der Magd, dort unten angewiesen. Aber der Vater hatte ihn ja hinaufgezogen, buchstäblich hinaufgezogen: warum sollte er denn wieder hinunter, um dort unten Wurzel zu fassen?

Er kämpfte einen kurzen, blutigen Kampf; dann nahm er das Anerbieten mit Dank an und verabschiedete sich von der Schule.


13.
Der Arzt.
(1868)