Johan fragte ihn einmal, wie seine Religion ihm das erlauben könne.

— Ja, siehst du, antwortete der wahre Christ, wir, die wir in Christus leben, wir haben alle Sünde auf Jesus geworfen.

Aber das Gesetz?

— Das Gesetz hat Jesus für uns vervollkommnet. Keiner kann das Gesetz erfüllen, darum ist Jesus in die Welt gekommen, um den Fluch des Gesetzes aufzuheben. Und darum, mein lieber Johan, siehst du, nur mit Christus kann man Freude und wahren Frieden haben!

Johan fand das kolossal. Jetzt begriff er den angeblichen Frieden der Pietisten. Sie schoben die Schuld auf die Sünde und den Teufel, um die Taten zerbrachen sie sich nicht weiter den Kopf. Das war eine bequeme Religion, etwa wie Schlafrock und Pantoffeln.

— Du bist nicht glücklich, fuhr der Freund fort, weil du unter dem Gesetze stehst; weil du es erfüllen willst, um fehlerfrei zu werden; das aber kann niemand.

Daran lag es also. Johan hatte immer eine Art böses Gewissen, daß er Fehler habe. Dieses Gewissen sollte also zum Schweigen gebracht und alles auf Jesus geworfen werden. Das aber war ungereimt: er würde also niemals Frieden finden. Es lag etwas Humanes in solchem Pietismus, in diesem fröhlichen Christentum, sich immer schuldfrei zu fühlen; immer tun zu können, was man wollte, wenn man nur glaubte, Jesus sei Gott. Das war ja moderner Determinismus, der alles entschuldigte, weil er alles erklärte; mit der Ausnahme, daß er nur den Gläubigen zu sündigen erlaubte; nur in Jesus durfte man sündigen und fröhlich sein.

Das sind Jesuiten, dachte Johan: wenn man mit der Partei stimmt, darf man sündigen, kann aber streng gegen andere sein.

Eines Tages kam dieser Freund Albert zu Johan und teilte ihm mit, er wolle nach Kopenhagen fahren, um Thorwaldsens Museum zu sehen. Ein schlauer Unternehmer veranstalte nämlich eine Dampferfahrt nach Kopenhagen, durch den Götakanal hin und an der Küste zurück, gegen eine sehr geringe Summe.