— Ja, das will ich!

— Sind Sie denn so sicher?

— Ja!

— Dann Glück auf! sagte er und klopfte Johan auf die Schulter.

Er ging zur schriftlichen Prüfung, schrieb seine Arbeit. Nach einer Woche erhielt er ein Telegramm: Bestanden. Man schrieb diesen Ausgang dem Edelmut des Professors zu und mißbilligte Johans unbefugtes Vorgehen; Johan aber schob den Erfolg auf seinen Fleiß und seine Kenntnisse, wenn er auch nicht leugnen konnte, daß der Professor ein ehrlicher Mann gewesen, da er ihn nicht durchfallen ließ, obwohl er die Macht dazu besaß.

Im Mai sollte die Prüfung in Ästhetik sein. Gegen allen Brauch sandte Johan seine Abhandlung durch die Post nach Upsala und bat brieflich, die Prüfungsstunde festzusetzen.

Die Abhandlung hieß „Hakon, der Jarl‟, behandelte Öhlenschlägers Drama und drehte sich um Idealismus und Realismus. Ihr Zweck war: erstens dem Professor eine Vorstellung zu geben, wie belesen der Verfasser in der Ästhetik im allgemeinen sei und welche Kenntnisse er besonders in der dänischen Literatur habe; zweitens dem Verfasser selbst Klarheit über seinen Standpunkt zu verschaffen.

Nach Kierkegaard hatte Johan sich selbst und seinen überwundenen Standpunkt in der Person des Bruders A. angegriffen. Bruder A. beginnt mit seinen Zweifeln, ob es ein allgemein gültiges Urteil gebe, kann aber diesen Knoten nicht lösen. Schlägt mit seinen Studien auf dem Nationalmuseum um sich und kommt dann sofort auf „Hakon, den Jarl‟.

Bruder B. nimmt den Bruder A. vor, karikiert sich selbst, dabei auch einige Züge von Is entlehnend; trägt seine Ansichten über die dänische Literatur vor; um eine selbständige Ansicht zu zeigen, muß er dabei Professor Dietrichson angreifen. Dann pflügt er mit Georg Brandes' Kalbe in Shakespeares Stoppelfeld und stürzt sich schließlich auf Kierkegaard.