— Was will denn Kierkegaard? fragte er. Ich glaube, er weiß es selbst nicht! Aber was er nicht will, ist: Unglaube, Irreligiosität, Leichtsinn... Leider wußte Johan nicht, daß Kierkegaard das Paradoxon wollte.

Zu der bestimmten Zeit trat Johan vor den Lehrer, der sonst für liberal und human galt. Er merkte sofort, eine Sympathie war nicht vorhanden. Mit einer fast verächtlichen Miene gibt ihm der Professor die Schrift zurück. Er erklärt, sie passe am besten „für die Leserinnen der Neuen Illustrierten Zeitung‟; auch sei die dänische Literatur nicht von solchem Interesse, daß sie ein Spezialstudium werden könne.

Johan war verletzt und erklärte, die dänische Literatur habe größeres Interesse für Schweden als zum Beispiel Malesherbes und Boileau, über die andere geschrieben hatten.

Die Prüfung beginnt und nimmt den Charakter eines heftigen Streites an. Sie wird am Nachmittage fortgesetzt und endet mit einer Zensur, die unter der erwünschten ist und der Erklärung, Universitätstudien könnten nur an der Universität gemacht werden.

Johan wendet ein, ästhetische Studien seien am besten in Stockholm zu machen, wo man Nationalmuseum, Bibliothek, Theater, Hochschule der Musik, Künstler habe.

Nein, das sei Unsinn; hier in Upsala müsse es sein.

Johan ließ etwas über Kolleg und Seminar fallen, und man trennte sich nicht als Freunde.


Das Verhältnis zum Vater war die ganze Zeit über gut gewesen, und der Alte hatte sich bis zu einem gewissen Grad für Erziehung empfänglich gezeigt. Aber sein unverständiger Stolz in einer so untergeordneten Eigenschaft, wie es die Vaterschaft ist, brach zuweilen aus und verletzte. Johan, der beständig zu Hause wohnte, brachte einige Abendstunden mit dem Vater zu und sprach mit ihm über alle Fragen des Lebens. Schließlich auch über Religion. Eines Tages sprach er eine halbe Stunde über Parker; zuletzt bat ihn der Alte um das Buch. Er behielt es einige Tage, sagte aber nichts, und Johan fand das Buch auf seiner Kammer wieder. Der Vater war zu stolz, um einzuräumen, daß der Freidenker ihn angesprochen habe; aber durch einen Bruder erfuhr Johan, der Vater sei besonders über die berühmte Predigt „Vom Alter‟ entzückt gewesen.

In der Frage der Opposition gegen den Professor verhielt sich der Vater schwankend. Er fand auch, Recht solle Recht bleiben, aber die Geringschätzung, mit der Johan von dem alten Professor sprach, gefiel ihm nicht. Johan sah indessen, daß er das Spiel gewonnen hatte und daß der Alte sich für seine Erfolge lebhaft interessierte.