— Ist malen schwer? fragte er.
— Nein, behüte, es ist leichter als zeichnen. Versuch es nur!
Johan hatte schon ohne Bangen ein Lied für Gitarrebegleitung komponiert: er hielt also das Malen für nicht so unmöglich. Er lieh sich Staffelei, Farben, Pinsel. Dann ging er nach Hause und schloß sich ein. Aus einer illustrierten Zeitung nahm er eine Zeichnung, die eine Schloßruine vorstellte; die kopierte er. Als er die blaue Farbe wie ein klarer Himmel wirken sah, wurde er sentimental. Als er dann grüne Büsche und eine Wiese hervorzauberte, wurde er unaussprechlich glücklich, als habe er Haschisch gegessen.
Der erste Versuch war gelungen. Dann aber wollte er ein Gemälde kopieren. Das ging nicht. Alles wurde grün und braun; er konnte seine Farben nicht auf den Ton des Originals stimmen. Da verzweifelte er.
Eines Tages, als er sich eingeschlossen hatte, hörte er, wie ein Besuch mit dem Kameraden im äußern Zimmer sprach. Sie flüsterten, als sprächen sie von einem Kranken.
— Jetzt malt er auch noch! sagte der Kamerad in einem sehr niedergeschlagenen Ton.
Was sollte das bedeuten? Hielten sie ihn für gestört? Ja, jetzt verstand er es. So war es. Er dachte über sich selbst nach und kam zu der Schlußfolgerung wie alle Grübler, er sei gestört. Was war da zu machen? Wenn man ihn einsperrte, würde er verrückt werden; davon war er überzeugt. Besser ist, dem zuvorkommen, dachte er. Er erinnerte sich, daß man in seiner Gegenwart einst von einer Privatirrenanstalt auf dem Lande gesprochen hatte, und er schrieb an den Vorsteher.
Nach einiger Zeit erhielt er eine freundliche Antwort, in der er ermahnt wurde, ruhig zu sein. Der Briefschreiber habe sich bei Kameraden nach Johan erkundigt und kenne jetzt seinen Seelenzustand. Das sei eine Krisis, die alle empfindlichen Naturen durchmachten usw.
Also diese Gefahr war überstanden. Aber er wollte ins Leben hinaus, wohin es auch sei.