— Du kannst also deine Aufgabe nicht? Du weißt gar nichts von Gustav dem Ersten?

Jetzt öffnet er den Mund und sagt kurz und bestimmt:

— Doch, das kann ich gewiß!

— So, du kannst es? Warum antwortest du denn nicht?

Er war der Ansicht, der Lehrer frage zu dumm; jetzt wollte er nicht antworten. Er ließ alle Gedanken an Gustav den Ersten fallen und dachte mit aller Gewalt an etwas anderes: an die Karten an der Wand, die Lampen an der Decke. Er machte sich taub.

— Dann setz dich, da du deine Aufgabe nicht kannst, sagt der Lehrer.

Er setzt sich und läßt seinen Gedanken freien Lauf, nachdem er sich dafür entschieden, daß der Lehrer gelogen hat.

Es lag darin etwas von Sprachstörung, der Unfähigkeit oder Unlust zu sprechen. Diese Aphasie begleitete ihn lange durchs Leben, bis der Rückschlag kam in der Form von Schwatzhaftigkeit, der Unfähigkeit, den Mund zu halten; dem Trieb, alles auszusprechen, was der Gedanke erzeugte.

Die Naturwissenschaften lockten ihn. In den Stunden, in denen der Lehrer der Schulbotanik farbige Figuren von Pflanzen und Bäumen zeigte, schien ihm das dunkle Zimmer heller zu werden. Wenn der Lehrer aus Nilssons Fauna über das Leben der Tiere vorlas, dann lauschte er und merkte sich alles.

Aber der Vater sah, daß es mit den andern Lehrfächern schlecht ging. Besonders mit Latein. Aber Johan mußte Latein und Griechisch lernen. Warum? Er war wohl dazu ausersehen, Student zu werden. Der Vater stellte eine Untersuchung an. Als er vom Lateinlehrer hörte, der halte seinen Sohn für einen Idioten, muß das sein Selbstgefühl verletzt haben. Er beschloß, den Jungen aus der Schule herauszunehmen und in eine Privatlehranstalt zu geben, deren Methoden vernünftiger waren. Ja, der Vater war so gereizt, daß er sich zu der Vertraulichkeit herabließ, Johans Verstand zu loben und zum ersten Male etwas Böses über seinen Lehrer zu sagen.