Er wollte nur geben: er hätte sogar seine Geliebte gegeben, wenn er eine besessen. Ja, er machte ihn auf die Tochter des Inspektors aufmerksam, an welcher der Bruder sehr richtig Gefallen fand. Statt aber hinter den Baumstämmen zu seufzen, ging er zu ihr und plauderte mit ihr, natürlich in aller Unschuld. Das war die kühnste Handlung, die Johan in seinem Leben hatte ausführen sehen; er selbst hatte das Gefühl, als sei er gewachsen. Er vergrößerte sich, seine schwache Seele handelte gleichsam durch die starken Nerven des Bruders; er identifizierte sich mit ihm. Er war ebenso glücklich, als hätte er selbst das Mädchen angesprochen.

Er gab Ideen zu Ausflügen, Streichen, Rudertouren, und der Bruder setzte sie ins Werk. Er entdeckte Vogelnester und der Bruder enterte den Baum und plünderte sie.

Das aber dauerte nur eine Woche. Am letzten Tage, als Johan abreisen sollte, sagte er zu Gustav:

— Wir wollen Mama einen schönen Blumenstrauß kaufen.

— Ja, das wollen wir.

Sie gingen zum Gärtner des Gutes. Gustav bestellte: er müsse fein sein. Während der Strauß gebunden wurde, ging er in den Garten und aß ganz offen Beeren. Johan wagte nicht, etwas anzurühren.

— Iß doch, sagte der Bruder.

Nein, er konnte nicht.

Als der Strauß fertig war, zog Johan seine Geldtasche und bezahlte ihn mit vierundzwanzig Schillingen. Gustav ließ sich nichts merken.