Dies sagte er mit einem überlegenen Tone, als wolle er ausdrücken: das geht euch eigentlich nichts an; aber ihr müßt es doch erfahren!
Dann wurde das Fräulein gerufen, um die Glückwünsche entgegenzunehmen; die des Rendanten waren recht warm, aber die der drei Jünglinge sehr gemischt.
Zwei von ihnen hatten ein nicht ganz reines Gewissen; sie hatten sie heftig, aber unschuldig angebetet. Der dritte, Johan, hatte in letzter Zeit mit ihr auf dem Kriegsfuß gestanden. Wer am meisten verlegen war, ist nicht zu entscheiden.
Eine lange Pause entstand. Die Jünglinge prüften Herz und Niere, stellten ihr Konto auf, überlegten die Folgen dieses nicht erwarteten Ereignisses.
Johan muß sich zuerst in die neue Situation gefunden haben, denn er ging noch am selben Abend in die Kinderstube und trat direkt auf das Fräulein zu. Ihm wurde schwarz vor den Augen, als er diese kleine Rede hielt, die er in der Eile nach Art des Vaters zusammengestellt und auswendig gelernt hatte.
— Da wir jetzt in ein ganz anderes Verhältnis zu einander kommen werden, so bitte ich Sie, Fräulein, das Vergangene zu vergessen und uns Freunde sein zu lassen.
Das war aufrichtig gemeint, klug gehandelt, hatte keinen Hintergedanken. Es war ein Abschluß der Vergangenheit und ein guter Wunsch für die Zukunft.
Am nächsten Mittag kam der Vater zu Johan in seine Kammer hinauf und dankte ihm für sein edles Benehmen gegen das Fräulein. Als Ausdruck seiner Freude überreichte er ihm ein kleines Geschenk, ein lange ersehntes sogar: einen chemischen Apparat.
Johan schämte sich, das Geschenk anzunehmen, und fand seine Handlung nicht edel. Die war eine natürliche Folge, sie war klug. Aber Vater und Fräulein wollten sie durchaus erhöhen und in ihr eine gute Vorbedeutung für ihr Liebesglück lesen. Sie mußten natürlich bald ihren Irrtum einsehen, der dann auf das Schuldkonto des Knaben gesetzt wurde.