Dann kam ein Bruder herauf. Der schalt zuerst, bat dann aber. Des Alten wegen könne er wohl hinunter kommen, nur einen Augenblick, um guten Tag zu sagen. Er müsse sofort kommen.

— Ja, ich will's mir überlegen.

Schließlich ging er hinunter; sah den Saal voller Damen und Herren: drei Tanten, eine neue Großmutter, ein Großvater, ein Oheim. Die Tanten waren junge Mädchen. Er machte mitten im Zimmer eine Verbeugung, artig aber steif.

Der Vater war böse, wollte es aber nicht zeigen. Er fragte Johan, ob er ein Glas Punsch nehmen wolle. Johan nahm es. Darauf fragte der Alte ironisch, ob er soviel für die Schule zu arbeiten habe. Ja, das habe er. Dann ging er wieder auf sein Zimmer hinauf.

Dort war es kalt und halbdunkel. Arbeiten konnte er kaum, da er von unten Musik und Tanz hörte. Die Köchin kam und rief zum Essen. Er wolle nichts haben. Hungrig und außer sich ging er im Zimmer auf und ab. Oft wollte er hinuntergehen, wo es warm, hell und fröhlich war; viele Male hatte er die Türklinke in der Hand; immer aber kehrte er wieder um. Er war schüchtern. Von Natur furchtsam vor den Menschen, war er während des Sommers, in dem er mit niemandem gesprochen hatte, noch wilder geworden. So ging er hungrig zu Bett und hielt sich für den unglücklichsten Menschen, den es geben konnte.

Am folgenden Tag kam der Vater auf sein Zimmer hinauf. Jetzt sagte er ihm, er sei falsch gewesen, als er damals das Fräulein um Verzeihung gebeten.

— Um Verzeihung? Er hatte ja nichts begangen!

Jetzt aber wolle der Vater ihn beugen, wenn er sich auch noch so hart mache.

— Versuch's nur, dachte Johan.

Die Versuche blieben eine Zeit lang aus; aber Johan stählte sich unterdessen, um ihnen zu begegnen.