Das Wettlaufen beginnt, und Johan geht in außerkirchliche Betstunden. Darauf wird mit einem halben Verbot geantwortet, denn er sei noch nicht konfirmiert; also nicht reif für den Himmel. Die Erörterungen mit dem ältesten Bruder werden fortgesetzt. Johan sagt, Jesus habe erklärt, daß auch die Kinder ins Himmelreich gehören. Man schlägt sich um den Himmel. Johan kann die Theologie von Norbeck, aber die wird ungesehen verworfen. Er nimmt Krummacher, Kempis und alle Pietisten zu Hilfe. Nein, es hilft nicht — So muß es sein! — Wie? — Wie ich es habe, aber wie du es nicht haben kannst! — Wie ich! Das ist die Formel der Pietisten: Selbstgerechtigkeit.

Eines Tages sagte Johan, alle Menschen seien Gottes Kinder! — Unmöglich! dann wäre es ja keine Kunst, selig zu werden! — Es sollte eine Kunst sein, die nur sie konnten! — Sollen denn alle selig werden? — Ja gewiß, Gott ist die Liebe und will niemandes Verderben. — Wenn alle selig werden, was hat es dann für einen Zweck, sich zu quälen? Ja, das ist eben die Frage! — Du bist also ein Zweifler, ein Heuchler?

Sehr wohl möglich, daß sie es alle waren!


Johan wollte jetzt den Himmel stürmen und ein Kind Gottes werden; vielleicht damit auch die anderen ducken. Die Stiefmutter war nämlich nicht konsequent. Sie ging ins Theater und tanzte gern. Eines Sonnabends im Sommer wurde verkündet, die ganze Familie werde am nächsten Sonntag einen Ausflug machen. Das war ein Befehl. Johan hielt es für Sünde und wollte die Gelegenheit benutzen, um in der Einsamkeit Jesus zu suchen, den er noch nicht gefunden hatte. Die Bekehrung sollte nämlich nach der Beschreibung wie ein Blitzschlag eintreten; dem würde die Gewißheit folgen, daß man ein Kind Gottes sei; und dann sei der Friede da.

Als der Vater am Abend die Zeitung las, trat Johan an ihn heran und bat, zu Hause bleiben zu dürfen.

— Warum denn? fragte er freundlich.

Johan schwieg. Er schämte sich.

— Wenn deine religiöse Überzeugung es dir verbietet, dann folg deinem Gewissen.