»Kommen Sie mit und schöpfen Sie es aus!«
»Nee, was hätte das für einen Zweck?«
»Helft mir, Leute, ich muß um elf in der Kirche sein.«
Nein, man hatte gar keine Lust dazu.
Da lief er nach dem Boot hinunter und sah es unter Wasser liegen. Es war ein alter Kahn ohne Ruder und Schöpfkellen. Er lief umher, um die Ruder zu suchen, fand aber keine; er suchte einen Eimer zum Schöpfen und fand keinen; an einer Wand aber stand eine etwas gewölbte Schaufel. Die nahm er, kehrte nach dem Boot zurück und warf den Rock ab; und während er in Hemdsärmeln breitbeinig auf den Bootsrändern stand, schöpfte er das Boot mit der Schaufel halb leer. Darauf stieß er ab, und wie ein Kanuführer paddelnd, rettete er sich über die Bucht, während der Kahn Wasser schöpfte. Als er das andere Ufer erreichte, sank das Boot. Er ließ es liegen, warf die Schaufel hinein und lief nach dem Pfarrhause hinauf.
Er hatte nicht Zeit gehabt, sich die Szene, die ihn erwartete, auszumalen; er hatte nur das bestimmte Gefühl, daß der Pastor ihm nach dem letzten Auftritt feindlich gesinnt sei, und daß der Kirchenrat, der aus Pietisten bestand, ihm hart zusetzen werde. Als er den Saal betrat, fand er seinen Schwager als Wortführer dasitzen, ruhig, würdig, mit fast freundlichem Ausdruck.
Frau Borg saß kalt, abwartend auf einem Sofa.
Als der Redakteur gegrüßt hatte und aufgefordert worden war, Platz zu nehmen, eröffnete der Geistliche die Verhandlung mit einem Hammerschlag und fragte den Rat, ob man ihn als Schwager des Ehegatten und als Bruder der Gattin für befangen erklären wolle.
Niemand wollte Einspruch erheben, und so begann der Vorsitzende.
»Meiner Pflicht gemäß und nach den Instruktionen des Kirchenrats frage ich hiermit meine Schwester, ob sie die Ehe mit Gustav Borg fortzusetzen gedenkt?«