»Nein!« antwortete Frau Brita, kurz, überlegt.
»Dann will ich Gustav fragen, ob er die Absicht hat, die Ehe fortzusetzen?«
»Nein,« antwortete der Gefragte ebenso bestimmt.
»Nun muß ich meine Schwester fragen, welchen Grund sie für Auflösung der Ehe anführt?«
Frau Brita antwortete:
»Den Ehebruch des Mannes.«
Die Sache war ja bekannt, aber trotzdem wirkte das ausgesprochene Wort wie ein Schuß; die Greise am Tisch schüttelten sich, und der Vorsitzende, der es anständig und nett haben wollte, war vor den Kopf gestoßen. Er wendete sich deshalb mit einer gewissen Teilnahme an seinen alten Gegner, und da er die ganze Sachlage im voraus kannte, suchte er sofort auf die mildernden Umstände zu kommen:
»Kannst du den dir zur Last gelegten Fehltritt ungeteilt auf dich nehmen, Gustav Borg?«
»Ein Verbrechen habe ich nicht begangen, denn ich habe mein Ehegelübde nicht gebrochen, da ich von ihm entbunden worden war, und zwar von dem einzigen Menschen, der das Recht hatte, mich davon zu entbinden, nämlich von meiner Frau.«