»Entschuldigt!« Und Holger verließ die jungen Leute. Durch die halbgeöffnete Tür hörte man einige abgerissene Ausrufe.

»Was sagt ihr? Herr du meine Güte! – Das ist unglaublich. – Ja, sie sitzen hier in meinem Zimmer, und ich werde sie sofort hinausschicken! – Das ist zu gemein! – Vater, Vater sollte …? Ach, Unsinn! – Und der Pastor glaubt es? – Herr des Himmels! – Wißt ihr … Wißt ihr … Hallo! … Ist der Arzt draußen gewesen? … Was hat er denn gesagt? … Keine äußere Beschädigung! … Ja, adieu einstweilen; sie kommen mit dem nächsten Dampfer!«

Holger kam heraus, weiß um die Nase, die schmal war wie ein Messer.

»Herr des Himmels, ist das eine Geschichte! … Mutter ist tot! in ihrem Bett gestorben!«

»Mutter ist tot?«

»Ja, und das schlimmste ist: die Leute sagen … Vater stehe im Verdacht … weil sein Prozeß … nur auf diese Weise beigelegt werden konnte!«

»Das ist entsetzlich!« rief Esther, die in diesem Augenblick nicht recht wußte, welche Richtung ihre Sympathien nehmen sollten. »Und was sagt der Arzt?«

»Er kann keine andere Todesursache finden als Herzschlag.«

»Dann müssen wir sofort hinausfahren!«

Keine Träne wurde vergossen, keine andere Gemütsbewegung äußerte sich als ernstes Erstaunen. Man kannte das Leben und seine brutale Art; man war von Anfang an auf alles gefaßt, und in dem Kampf, dem ewigen Kampf um alles, mußte ja einer unterliegen.