Er ging am Abend aus, entschlossen, nicht zurückzukommen. Um halb elf hatten seine Freunde ein Abschiedsfest für ihn in den Gotischen Zimmern veranstaltet. Vorher ging er mit seinem Onkel Doktor Borg in die Oper. Sie saßen im Parkett und warteten auf die Ouvertüre. Das Publikum war festlich gekleidet, aber die königliche Loge war leer, so daß ihm die Situation nicht klar wurde.

Das Orchester versammelte sich und begann zu stimmen. Der Kapellmeister stand auf; klopfte … aber im selben Augenblick wendete er sich mit einer Verbeugung zu der königlichen Loge; und jetzt wurde gespielt »Aus dem schwedischen Herzen«.

Das Publikum stand auf; alle erhoben sich, außer Holger und dem Doktor.

»Verbeugt man sich vor Geßlers Hut?« fragte er den Onkel.

»Es muß Namenstag oder Geburtstag sein …«

»Ja, aber vor der leeren Loge? Das ist doch Unsinn!«

Plötzlich hörten sie eine befehlende Stimme: »Aufstehen!«

Holger drehte sich um, doch da wurde er am Kragen gepackt und von seinem Platz hochgezogen. Da er nie andere Waffen gebraucht hatte als Wort und Feder, ging er, und der Doktor folgte.

»Was bedeutet dies?« fragte er, als sie auf der Straße waren.

»Das ist der schwedische Lakai! Seinen Monarchen grüßen, gewiß, aber Stühle und Tische grüßen! Jetzt weißt du, was die Neue Oper bedeutet!«