»Ich hatte also recht, dreinzuschlagen! Wir haben jetzt wohl ein schönes Dezennium vor uns!«
»Ich will dir etwas erzählen, was ich heute gehört habe, aber du mußt mir das Versprechen geben, darüber zu schweigen. Ein Landarzt, ein Freund, der nie lügt, hat mir erzählt, er sei von der Militärbehörde gefragt worden, ob er im Falle eines Krieges gegen Norwegen als Chirurg mitgehen wolle!«
»Das habe ich schon von anderer Seite gehört, aber es wird von oben offiziell in Abrede gestellt.«
»Die lügen natürlich.«
»Das glaube ich nicht, aber es könnte ja sein, daß sie sich orientieren wollen.«
»Die da oben lügen nicht? Dann kennst du die Diplomaten nicht. Es ist ja übrigens die alte Staatskunst, aufrichtig zu erscheinen, aber falsch zu sein. Der ehrliche Makler hatte doch die Emser Depesche redigiert. Ja, Norwegen, das Schweden zwanzig Jahre Denkarbeit gekostet, das uns zerrissen und unsere Gedanken von unseren eigenen Interessen abgelenkt hat. Verdient das kleine Land soviel Aufmerksamkeit? Ein Volk von Fischern, Schiffern und Hirten, das für den Tag lebt und verschuldet ist wie wir. Ein Touristenland mit Hotelwirten; berühmter wegen seiner Fernsichten, als wegen seines Ackerbodens; exportiert gedörrte Fische und gefrorenes Wasser. Was haben wir mit ihnen zu schaffen? Hochmütiges Gesindel, die ein Weiberregiment wollen! Pfui Teufel!«
»Du Weiberhasser!«
»Dummkopf! Ich bin gerade im Begriff, mich zum drittenmal zu verheiraten.«
»Es gibt keine Frauenfrage für mich! Ich sehe nur Menschen.«
»Wenn du den Unterschied zwischen Mann und Frau nicht sehen kannst, bist du pervers wie all die andern. Aber da du morgen ins Gefängnis mußt, so wollen wir von etwas anderm sprechen! – Hast du gehört, daß die gelbe Brigade degradiert worden ist?«