»Aha!« rief es im Chor.

»Ja, Kinder,« sagte der Doktor, »ich habe viermal während des Prozesses meine Ansicht ändern müssen, und ich weiß noch heute nicht, ob ich nicht Dreyfusard geworden bin, wie ich Wagnerianer wurde.«

Alle schlugen die Augen nieder, einige um zu verbergen, andere um zu demonstrieren, und in der Stille, die entstand, hörte der Doktor eine Anklage, die er beantworten mußte.

»Seht einmal, in einem Spionageprozeß die Wahrheit an den Tag zu bringen, ist erstens fast unmöglich, weil alle Parteien Spione gewesen und also mit Lügen, Betrug und falschen Papieren immer umgegangen sind. Zweitens ist es ganz abnorm, nach drei Jahren einen Prozeß zu revidieren, da das menschliche Gedächtnis so gebrechlich ist, da die Jahre die Standpunkte verändern, neue Interessen neue Leidenschaften geweckt haben; nachdem die Zeugen verschwunden, Papiere gestohlen oder abhanden gekommen sind …«

»Ja, aber es war ein geheimes Gericht,« wendete der alte Gustav Borg ein.

»Jaa, warum nicht? Unsere freisinnige Jury ist doch auch geheim …«

»Ich glaube, du stehst auf Seite der Generale?« brauste Gustav auf.

»Da haben wir es!« antwortete der Doktor. »Es ist doch des Teufels, daß die Menschen den Verstand verlieren müssen, sobald man nur von diesem verdammten Prozeß spricht.«

Isak tat es leid um den Doktor, der sich unschuldigerweise in einer falschen Lage befand, und mit einem menschlichen Zug der Teilnahme suchte er ihm zu helfen, falls es dies Motiv war: