Viertes Kapitel
Der Redakteur

Redakteur Gustav Borg war in Bergslagen aus adligem Geschlecht geboren. Der Vater war Amtmann und hielt streng auf seinen Adel; erzog seine Söhne in einem gewissen Hochmut, der sie vom Mittelstand isolierte, ohne ihnen Zutritt zu den höheren Schichten zu verschaffen. Die Söhne, Gustav und Henrik, besuchten das Gymnasium in Västeraas und hatten Sprößlinge des Hochadels zu Mitschülern; diese aber wollten sich ihnen nicht nähern; sie taten, als wüßten sie von dem Borgschen Adel nichts.

So wuchsen die Amtmannssöhne heran; einfach im Äußern, aber mit Siegelringen am Zeigefinger und Kronen auf dem Rasierzeug, achteten sie auf ihr Benehmen, hielten sich oben, wie man sagt, und waren entschlossen, den Namen durch Kenntnisse und Beförderung zu adeln.

Als die Zeit kam, da der Adel »abgeschafft« werden sollte, wurde Gustav Student.

Er reiste nach Upsala und wollte sich beim Kurator in die Landsmannschaft einschreiben lassen. Damals stand ein nob. (nobilis) hinter allen adligen Namen im Studentenverzeichnis.

Als der Kurator nun Borg in die Matrikel einschrieb, vergaß er, nob. dahinterzusetzen.

Gustav Borg flammte auf und fragte, ob der Kurator ihm sein Erb und Eigen, seine Traditionen und Familienehre rauben wolle.

Der Kurator blieb ruhig, fragte aber: