Herein trat jetzt, fett, frischrasiert, behandschuht, der Maler, Professor Lundell. Er trug den Wasaorden auf dem Frack.

»Nimm das Ding da weg,« sagte Kurt Borg und hakte den Stern ab.

»Nein, laß das!« protestierte Lundell gutmütig, denn er war gewohnt, daß man mit ihm scherzte.

»Ja, aber es ist eine Beleidigung für Lang, unsern Ehrengast, der, obwohl er verdienter ist als du, keinen Ordensstern hat. Die Kellner könnten ihn und uns alle für bestrafte Leute halten, verstehst du?«

»Nein!«

Neue Bewegung an der Tür; Konsul Isak Levi, früher Mitglied des Roten Zimmers, trat ein und schüttelte Sellén, Lundell und Borg die Hand.

Nun kamen die Gäste truppweise. Eine Gruppe Akademiker erschien, wie eine Wolke ihren Schatten über eine Wiese wirft.

Polternd und geräuschvoll kam Doktor Borg, der Schreckliche, der jugendliche Onkel des Architekten. Er warf kampflustige Blicke um sich und grüßte mit einer Stichelei nach rechts und links.

Dann kamen Damen und Herren, aber man merkte einen bestimmten Unterschied, weil die Akademiker ihre Frauen nicht mithatten. Die Gesellschaft erschien ihnen nicht comme il faut, und man wußte, daß hier eine Sprache gesprochen wurde, die an reines Schwedisch erinnerte. Hinzu kam, daß die Gesellschaft nach dem Reichsrecht einen Norweger nicht feiern durfte und daß die Künstlerdamen Manieren hatten, die nicht salonmäßig waren. Es wurde sogar behauptet, die Künstler brächten ihre »Freundinnen« mit, und da man diese von den anderen nicht unterscheiden konnte, waren leicht Irrtümer zu begehen.

Schließlich trat ein aufrechter Mann ein, einen Kopf größer als die andern. Das war Lage Lang, der Maler der Gegenwart mit dem großen Namen. Leutselig, reich, gastfrei, stand er außerhalb der schwedischen Kliquen und bewegte sich deshalb ohne Schaden zwischen den Feuern, die er nicht kannte. Den Freund, den Künstler feierte man, aber man wollte auch dem Norweger eine kleine Demonstration darbringen; man wollte zeigen, daß die Nation die Ansicht der Regierung nicht teile, die Norwegen wie eine besetzte Provinz behandelte; und man wollte nach seinen Kräften den von oben angefachten Haß gegen das Brudervolk dämpfen, dessen Wohl nicht wahrgenommen wurde, wenn das Land von Stockholm aus per Telephon regiert wurde, wie ein Vorwerk von einem bequemen Verwalter geleitet werden kann.