»Nein, danke vielmals! das ist so eine, die einen Schweif hinter sich haben muß; eine kokette Kokotte! Sie bandelte mit mir an, um den Seeoffizier zu bekommen; und dann nahm sie den Seeoffizier, um den Postmeister zu ärgern; und daß sie bei dem Apotheker enden würde, war vorauszusehen.«

»Soo?« wendete Esther ein, »sie wurde schon Gräfin genannt!«

»Ach, sie hat mich ausgenutzt? So sah sie aus, und sie wird wohl mit einer Hundehochzeit enden.«

»Was ist das?«

»Wollen wir an Land gehen und uns den Sonnenaufgang ansehen?«

Sie gingen an Land, und da die Ursache zu Esthers Kummer beseitigt war, verfiel sie in ihren alten gewöhnlichen Humor voll stiller, indolenter Skepsis und ohne eine Spur von Erotik.

Und dann fuhren sie im Sonnenaufgang nach Hause.


Graf Max blieb acht Tage im Hotel auf Storö, und in der ganzen Zeit verkehrte er vertraulich mit Esther. Sie segelten und machten Spaziergänge, gingen aber nie ins Kurhaus; ihr Verhältnis war unverändert, mit dem kleinen Unterschied, daß Esther ihr Äußeres zu pflegen begann, mit der weiblichen Kleidung weibliche Manieren annahm und gewisse Züge einer wilden, gesunden Schönheit verriet. Die Eltern sagten nichts, denn sie wußten, daß hier nichts half. Aber eines Abends – eines Abends waren die jungen Leute weit in den Wald gegangen, um das Meer anzuschauen. Sie hatte sich auf einen Stein gesetzt und er hatte sich neben ihr ausgestreckt. Es sah intimer aus, als es war, besonders da er gerade ihre Hand gefaßt hatte und fragte, woher sie den Ring habe, den sie trug.