Da trat plötzlich Vater Borg, der Redakteur, vor, und zitternd brachte er nur die gewöhnlichen Worte heraus:

»Sind die Herrschaften verlobt?«

Die Situation war peinlich, und der Graf mußte zuerst sprechen:

»Daran haben wir nie gedacht,« antwortete er und erhob sich langsam; dabei betrachtete er Esthers Gesicht, das einen neuen Ausdruck angenommen hatte, einen Ausdruck von Schüchternheit, Scham und kindlicher Furcht vor dem Vater, und entdeckte mit einem Schlage die Art ihrer Intimität. Deshalb fuhr er, jedoch in verändertem Ton, fort:

»Das hängt übrigens von Esther ab.«

Das Mädchen wechselte bei diesem Zugeständnis wieder die Farbe, und der Vater hatte unfreiwillig den Funken entzündet, der noch kurz vorher nicht geboren war.

»Wenn Max das für möglich hält und …«

Hier brach sie in Tränen aus und warf sich dem Vater in die Arme, als wolle sie da die Gefühle verbergen, deren sie sich selbst schämte.

Es war lange her, seit Gustav Borg so etwas miterlebt hatte; und als er Esther in seinen Armen hielt, war es ihm, als sei sie wieder Kind, und seine väterlichen Gefühle strömten auf den jungen Mann über, dessen Hand er faßte.