»Viel Glück denn!« sagte er und raffte seine Männlichkeit zusammen. »Jetzt verlasse ich euch; aber ich erwarte die Herrschaften zum Abendessen in meinem Hause.«

Und dann ging er.

Die Verwandlung hatte sich vollzogen, die Transfiguration; und die beiden jungen Menschen standen da nicht als Kameraden und Freunde, sondern als Mann und Weib; sie gewahrten gewissermaßen ihre Nacktheit, wurden schüchtern und sprachen mit neuen Stimmen neue Worte, sie wanderten Hand in Hand wie kleine Kinder unter zitternden Bäumen; und als sie Menschen trafen, schämten sie sich nicht, sondern waren stolz wie junge Götter und meinten, alle beugten sich und grüßten sie mit Ehrfurcht.


Das war der Sommer 1890. Das folgende Jahr verging auf die gleiche Weise mit Lernen zum Examen und Zukunftsplänen. Die Eltern wollten gern das Gespräch auf die Heirat bringen, aber die Jungen antworteten nicht. Manchmal erregte dies Schweigen Beunruhigung. Aufgehobene Verlobungen waren sehr häufig, aber unangenehm; man hatte sich als Verwandte gefühlt, hatte die Interessen vereinigt, Vorschuß auf Gefühle genommen und vielleicht materielle Werte vermengt.

Frau Brita war ruhiger als Gustav.

»Laß sie; wir dürfen uns nicht einmischen.«

Dann kamen die Weihnachtsferien 1892. Da hatte Frau Brita, ohne ihren Mann zu hören, den Bräutigam eingeladen, bei ihnen auf Storö zu wohnen. Gustav war in Wut geraten, doch vor der vollendeten Tatsache mußte er sich beugen.

Weihnachten war vergangen, und es war an einem der letzten Tage des Jahres.

Es war grau und trüb, und Gustav Borg wollte eine Partie Brett spielen. Zu dem Zweck ging er ins Turmzimmer hinauf, um seinen Schwiegersohn zu suchen. Als er sah, daß der Schlüssel abgezogen war, klopfte er. Niemand öffnete, und er hörte zwei Stimmen, die flüsternd das Wort »still« aussprachen.