Dem Pastor war die Bodenkammer des Professors zum Nachtquartier angewiesen worden; um zu zeigen, daß er nüchtern war, lehnte er alle Angebote von Hilfe ab, indem er mit Schlägen drohte. Die Laterne an den Knien, zusammengefallen, als suche er Nadeln in dem tauigen Grase, steuerte er auf ein Fenster zu, das erleuchtet war. Aber an der Gartentür strauchelte er und stieß so heftig gegen den Türpfosten, daß die Laterne zerbrach und erlosch. Wie ein Sack schloß sich die Dunkelheit um ihn und er sank auf seine Knie nieder;

aber das Fenster mit dem Licht leuchtete ihm wie ein Leitfeuer. Beim Weitergehen verspürte er das unangenehme Gefühl, daß die Knie seiner schwarzen Hosen bei jedem Schritt feucht wurden, und seine eigenen Kniescheiben schmerzten, als schlügen sie gegen Steine.

Schließlich kriegt er etwas sehr Großes, Rundes und Feuchtes zu fassen; er tappt und sticht sich an einem Brief Stecknadeln oder dergleichen; steckt die Hand in eine Bootsdolle oder ähnliches; da hört er das Brausen von Wasser und fühlt, daß er naß wird. Von der Furcht, in die See gegangen zu sein, aufgescheucht, erhebt er sich am Mast und findet in einem lichten Augenblick, daß er an einem Türpfosten steht; kommt mit einer Krängung in einen Flur; fühlt eine Treppenstufe an den Knien; hört eine Magd schreien: »Herr Jesus, das Dünnbier!«

Von einem dunkeln bösen Gewissen getrieben, kriecht er die Treppe hinauf, stößt sich die Fingerknöchel an einem Schlüssel, kriegt eine Tür auf, die nach innen nachgibt; stürzt in eine Kammer hinein und sieht ein großes gemachtes Bett für zwei; hat soviel Kraft, die Decke aufzuschlagen; kriecht mit Kleidern und Stiefeln hinein, um sich zu verstecken, da man ihn unten mit Schreien verfolgt; glaubt zu sterben oder zu erlöschen oder zu ertrinken, und meint, die Menschen rufen nach Dünnbier!

Ab und zu erwachte er wieder zum Leben, ward wieder angezündet, aus der See gezogen, lebte und stand am Weihnachtstisch; saß Lende an Lende neben dem Professor und disputierte über Hufelands Kunst, hundert Jahre zu leben; und dann wurde er wieder ausgeblasen wie ein Licht, erlosch, starb, sank und wurde naß.

Inzwischen wurde das Abendbrot unter den Eichen fortgesetzt und mit Bier und Branntwein so stark befeuchtet, daß keiner an den Pastor dachte.

Als man das Essen soweit verschlungen hatte, daß der Boden in Tellern und Schüsseln zu sehen war, ging man in die Stuga hinunter, um zu tanzen.

Die Braut wollte dem Pastor etwas Gutes auf die Kammer schicken; aber Carlsson überzeugte sie davon, daß der Pastor am liebsten Ruhe haben wolle; es sei nicht richtig, ihn zu stören. Und dabei blieb es.

Gustav hatte sich von seinem Bundesgenossen abgewandt, als er merkte, daß der überlistet war; er gab sich seinen Vergnügungen hin und vergaß allen Groll im Rausch.

Der Tanz ging wie eine Mühle. Der Spielmann saß auf dem Herd und fiedelte. In den offnen Fenstern kühlten sich schwitzende Rücken an der Frische der Nacht. Draußen auf der Höhe saßen die Alten, rauchten, tranken und scherzten im Halbdunkel, im schwachen Feuerschein, der durch die Scheiben der Küche fiel, und bei den Lichtern in der Tanzstube.