Carlsson war nicht der Mann, unangenehme Empfindungen länger, als er wollte, auf sich einwirken zu lassen; sein Körper nahm die Schauer hin, schüttelte sich und ließ sie ablaufen. Seine Stellung als Hofbesitzer hatte er sich durch seine Tüchtigkeit und sein Wissen errungen; und daß Frau Flod ihn zum Manne nahm, war ebenso viel Gewinn für sie als für ihn, meinte er.

Als aber der Hochzeitsrausch verflogen war, begann Carlsson weniger eifrig zu werden; er war ja nun sicher, sowohl durch die Heirat wie durch den Erben; denn in wenigen Monaten war das Kind zu erwarten. Den Gedanken, sich zu einem Herrn zu machen, hatte er aufgegeben; statt dessen rüstete er sich, Großbauer zu werden. Zog ein prächtiges wollenes Wams an, tat ein festes Schurzfell um, trug Wasserstiefel; brachte viel Zeit vor seinem Sekretär zu; das war sein Lieblingsplatz geworden. Las die Zeitung, schrieb und rechnete weniger als früher; überwachte die Arbeit mit der Pfeife im Munde und zeigte weniger Interesse für die Landwirtschaft.

– Die Landwirtschaft geht zurück, sagte er. Das habe ich in der Zeitung gelesen; es ist billiger, sein Korn zu kaufen!

– Früher hat er anders gesprochen, meinte Gustav, der auf alles achtgab, was Carlsson sagte und tat, sich aber auf

eine stumpfe Unterwerfung beschränkte, ohne jedoch den neuen Herrn anzuerkennen.

– Die Zeiten verändern sich und wir uns mit ihnen! Ich danke Gott für jeden Tag, an dem ich klüger werde! antwortete Carlsson.

Er besuchte Sonntags die Kirche; nahm an allgemeinen Fragen teil und wurde in den Gemeinderat gewählt. Dadurch kam er in nähere Berührung mit dem Pastor und erlebte den großen Tag, an dem er ihn duzen konnte. Das war einer der größten Träume seines Ehrgeizes; ein ganzes Jahr lang ward er nicht müde, zu erzählen, was er gesagt und was Pastor Nordström geantwortet hatte.

– Hör mal, lieber Nordström, sagte ich, dieses Mal läßt du mich aber gewähren! Und da sagte Nordström: Carlsson, du mußt nicht halsstarrig sein, wenn du auch ein kluger Kerl und ein verständiger Mann bist ...

Die Folge war, daß Carlsson eine Menge Gemeindeangelegenheiten übernahm, unter denen die Feuerschau die beliebteste war. Da reiste man auf Kosten des Kirchspiels umher und trank Kaffeehalbe bei Bekannten.

Auch die Wahl zum Reichstage, die allerdings im Innern des Landes stattfand, hatte ihre Verführungen und ihre kleinen Nachwehen, die bis in die Schären zu spüren waren.