Als sie aber auf den Hof kamen, stürzten die Frauen herbei; sobald die den Pastor in seiner traurigen Verfassung sahen, wurden sie von Mitleid ergriffen und erbarmten sich über den Bewußtlosen. Frau Flod holte eine Bettdecke, die sie, trotz Carlssons Warnungen, über den Jammer warf. Dann setzte man warmes Wasser auf und borgte vom Professor Wäsche und Anzug.

Als man zur Tenne hinauf kam, wurde der Kranke, wie man ihn nannte – niemand hätte zugegeben, daß der Pastor betrunken sei – auf trockenes Stroh gelegt.

Rundqvist kam mit dem Schnäpper, um den Pastor zur Ader zu lassen, wurde aber fortgejagt. Da bat er, den Kranken wenigstens besprechen zu dürfen, denn er könne wassersüchtige Schafe besprechen. Er durfte sich aber durchaus nicht mit dem Geistlichen befassen, und auch kein anderer von den Mannsleuten.

Carlsson aber schlich sich wieder in die Brautkammer hinauf, dieses Mal allein, um die Spuren seiner Demütigung zu verwischen. Als er die Verwüstung in dem beschmutzten Brautbett sah, überfiel ihn einen Augenblick Schwäche, ermüdet, wie er von den Arbeiten der letzten Tage und den Anstrengungen dieser Nacht war. Er dachte daran, wie anders es mit Ida gewesen wäre, wenn ihr Verhältnis zu Stande gekommen. Er trat ans Fenster und blickte lange und schwermütig über die Bucht.

Die Wolken hatten sich zerstreut und die Nebel sammelten sich in weißem Flor über dem Wasser; die Sonne ging auf und strahlte in die Brautkammer hinein, beschien das bleiche Gesicht und die ausgewässerten Augen, die sich zusammen kniffen, als kämpften sie gegen hervorbrechende Tränen. Das Haar lag in feuchten Zotten auf der Stirn, das weiße Halstuch war befleckt, der Rock hing schlaff herunter und war bekotzt.

Die Sonnenwärme ließ ihn erschauern; mit der Hand über die Stirn fahrend, wandte er sich ins Zimmer hinein, noch ein Mal das beschmutzte Bett betrachtend.

– Aber das ist doch ganz furchtbar! sagte er zu sich selbst, riß sich aus seiner Schlaffheit und fing an, die Bezüge von den Betten zu ziehen.

Sechstes Kapitel

Veränderte Verhältnisse und veränderte Ansichten;
die Landwirtschaft geht zurück und der Grubenbau blüht