aber bald wieder ausgegeben worden und hatte die Leere des Vermissens zurückgelassen.
Es ging gegen Mittsommer. Carlsson hatte viel zu bestellen gehabt und wenig Zeit zu Spaziergängen gefunden. Eines Sonntagsnachmittags ging er aber die Höhe hinauf und guckte sich um. Da fiel ihm die große Stuga in die Augen, die mit herabgelassenen Rollgardinen verödet dastand. Neugierig, wie er war, ging er hin und fand die Tür offen. Er trat in den Flur und entdeckte eine Küche; ging weiter und kam in ein großes Zimmer, das wirklich herrenmäßig aussah: weiße Gardinen, Himmelbett mit Messingbeschlägen, ein Spiegel mit geschnitztem und vergoldetem Rahmen und geschliffenem Glas – das war fein, das wußte er! – Sofa, Sekretär, Kachelofen; alles genau wie auf einem Herrenhof. Auf der andern Seite des Flurs war ein ebenso großes Zimmer mit Kamin, Eßtisch, Sofas, Wanduhr ...
Er war erstaunt und empfand Respekt. Bald aber begann er die Besitzer, die so wenig Unternehmungsgeist besaßen, zu bemitleiden und zu verachten; besonders als er sah, daß das Haus noch zwei Kammern mit mehreren gemachten Betten hatte.
– Oh, oh, oh, dachte er laut; so viel Betten und keine Badegäste.
Von dem Gedanken an die künftige Einnahme berauscht, ging er sofort zur Alten hinunter und hielt ihr vor, es sei Verschwendung, die Stuga nicht an Sommergäste zu vermieten.
– Ach was, wir finden niemand, der hier wohnen will! wehrte sich die Alte.
– Wie wißt Ihr das? Habt Ihr versucht? Habt Ihr die Stuga in der Zeitung angezeigt?
– Das heißt nur Geld in die See werfen! meinte Frau Flod.
– Man wirft auch Netze in die See, antwortete Carlsson. Und das muß man tun, wenn man was erhalten will.
– Versuchen kann man’s ja; aber Badegäste kriegen wir nicht, schloß die Alte, die nicht mehr an die Erfüllung von Wünschen glaubte.