Es poltert zur Hochzeit;
die Alte wird ums Geld genommen

Das Heu war unter Dach, Roggen und Weizen geborgen. Der Sommer war zu Ende und er war gut gewesen.

– Er hat Glück, der Kerl! sagte Gustav über Carlsson, dem man nicht ohne Grund die Erhöhung des Wohlstandes zuschrieb.

Der Strömling war gekommen, und alle Männer außer Carlsson waren draußen in den äußersten Schären, als die Familie des Professors zur Eröffnung der Oper nach Haus mußte.

Carlsson hatte auch das Packen übernommen und lief den ganzen Tag mit der Bleifeder hinterm Ohr herum; trank Bier am Küchentisch, im Eßzimmer, im Vorbau. Hier kriegte er einen abgelegten Strohhut, dort ein Paar ausgetretene Segelschuhe; eine Pfeife, ungerauchte Zigarren nebst Spitze, leere Schachteln und Flaschen, Angelruten und Liebigbüchsen, Korke, Bindfaden, Nägel – alles, was man nicht mitnehmen konnte oder für unnötig hielt.

Es fielen so viele Brosamen von des Reichen Tische, und man hatte allgemein das Gefühl, man werde die Abreisenden vermissen; von Carlsson an, der seine Liebste verlor, bis hinunter zu den Hühnern und Ferkeln, die nicht länger Sonntagsessen aus der herrschaftlichen Küche bekamen. Am wenigsten bitter war der Kummer für die verlassenen Mägde

Clara und Lotte; trotzdem sie so manche gute Tasse Kaffee bekommen hatten, wenn sie Milch hinaufbrachten, fühlten sie doch, ihr Frühling werde wiederkommen, wenn nur der Herbst die Mitbewerberinnen auf dem Liebesmarkte entfernte.

Am Nachmittage, als der Dampfer kam und anlegte, um die Familie abzuholen, war große Aufregung auf der Insel, denn noch nie hatte dort ein Dampfer angelegt.

Carlsson leitete die Landung, gab Befehle und führte das große Wort, während der Dampfer an die Brücke heranzukommen suchte. Da aber hatte er sich auf ein Eis begeben, das ihn nicht tragen konnte, denn das Seewesen war ihm fremd; und gerade in dem stolzen Augenblick, als die Leine geworfen wurde und er, in Idas und der Herrschaft Gegenwart, seine Gewandtheit zeigen wollte, kriegte er einen Arm voll Tau von oben auf den Kopf, daß ihm die Mütze heruntergeschlagen wurde und in die See fiel. In einem und demselben Augenblick wollte er die Trosse anziehen und nach der Mütze greifen; aber der Fuß blieb in einer Fuge hängen, er machte einige Tanzschritte und fiel nieder, während der Kapitän ihn schalt und die Matrosen ihn auslachten. Ida wandte sich fort, böse über das ungeschickte Benehmen ihres Helden; beinahe hätte sie geweint, so schämte sie sich seinetwegen. Mit einem kurzen Lebewohl ließ sie ihn schließlich am Landungssteg zurück; und als er ihre Hand behalten und vom nächsten Sommer, von Briefwechsel und Adresse plaudern wollte, wurde der Landungssteg ihm unter den Füßen fortgerissen; er kippte nach vorn über, und die nasse Mütze rutschte ihm in den Nacken; gleichzeitig brüllte der Steuermann ihm von der Kommandobrücke aus zu:

– Wirst du endlich das Tau losmachen!