– Hör mal, du hast ein Loch im Boot! schrie ein junger Lotse durch den Wind. Stopf zu! Stopf zu!

Während Carlsson nach dem Loch guckte, hatte Clara ihn fortgestoßen und das Steuerruder genommen; und mit den

Riemen gelang es Lotte, das Boot wieder in den Wind zu bringen; mit gutem Gang segelte es dem Sunde zu.

Carlsson war ein kleiner viereckiger Wärmländer mit blauen Augen und einer Nase, die so krumm war wie ein Doppelhaken. Lebhaft, spielerisch, neugierig war er, aber vom Seewesen verstand er nichts. Er war auch nach der Insel Hemsö gerufen worden, um für Feld und Vieh zu sorgen; damit wollte sich nämlich niemand mehr befassen, seit der alte Flod aus dem Leben geschieden war und die Witwe allein auf dem Hofe saß.

Als Carlsson die Mädchen mit Fragen nach den Verhältnissen auf dem Hofe anzapfte, bekam er Antworten, wie sie die Bewohner des Inselmeers zu geben pflegen.

– Ja, das weiß ich nicht! Ja, das kann ich nicht sagen! Ja, das weiß ich wirklich nicht!

Daraus wurde er nicht klug!

Der Kahn plätscherte zwischen Holmen und Schären dahin, während die Eisente zwischen den Kobben schnatterte und im Fichtenwald der Birkhahn balzte. Über freie Wasserflächen, die »Fjärde«, und über Strömungen fuhr das Boot, bis die Nacht kam und die Sterne aufleuchteten.

Da gings auf das große Wasser hinaus, wo der Leuchtturm der »Hauptschäre« blinkte. Bald kam man an einem Stangenzeichen mit Besen vorbei, bald an einer weißen Bake, die wie ein Gespenst aussah; bald leuchteten zurückgebliebene Schneewehen wie Leinen auf der Bleiche; bald tauchten aus dem schwarzen Wasser »Netzwächter« auf, die am Kiel schrapten, wenn man darüber fuhr. Eine schlaftrunkene Mantelmöwe ward von ihrem Riff aufgescheucht und brachte Leben in Seeschwalben und Möwen; ein höllischer Lärm brach los.

Weit draußen, wo die Sterne ins Meer tauchten, leuchteten das rote und das grüne Auge eines großen Dampfers; der schleppte eine lange Reihe runder Lichter, die durch die Ventile der Kajüten schimmerten.