oft Ursache und Wirkung verwechselnd; z. B. wenn es sich gut fischt, nachdem das Geldstück unter den Stein gelegt worden, ist das Geldstück die mächtige Ursache. Er ist abergläubisch, und das Heidentum sitzt so tief in ihm, daß die Symbole der christlichen Kirche für ihn noch gleichbedeutend mit Beschwörungen, Besprechungen, Zauberei sind.
Die Familie baut sich selbst nach alter Sitte und den einfachen Forderungen der Natur auf, wo nicht wirtschaftliche Berechnung als Faktor mitspricht. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist ungezwungen; die Ehe wird gewöhnlich mit dem Kind geschlossen, wenn das Mädchen Wort hält und zur Gründung einer Familie geneigt ist. Ist das aber nicht der Fall, entstehen zuweilen schwere Verwicklungen, die mit dem vollständigen Verschwinden des Kindes und andern Geschichten enden können; die kommen der ganzen Welt zu Ohren, nur nicht dem Amtmann, der übrigens nichts machen kann, da er keine Zeugen findet.
Beginnen, weit entfernt von Nachbarn, die Familienbande zu zerreißen und werden starke Leidenschaften lange unterdrückt, erfolgen zuweilen unheimliche Ausbrüche der Naturkräfte; da nimmt es der an Tod und Verderben gewöhnte Schärenmann mit den Mitteln nicht so genau. Dann werden dort draußen stille Trauerspiele aufgeführt, von denen man nur Andeutungen zu hören bekommt; in einigen meiner Erzählungen habe ich davon gemunkelt. Da reißen Blutsbande entzwei, verbotene Schranken werden übersprungen; die Natur ergreift mit harter Hand, was sie kriegen kann; und für Hunger und Liebe existieren nicht mehr Rücksicht noch Gesetze.
Das Lichte, Lächelnde im Leben der Schärenleute, wenn es sich licht gestaltet, habe ich in diesem Roman »Die Inselbauern« geschildert; in den Novellen »Das Inselmeer« habe ich die Halbschatten gegeben; vielleicht kann ich später, wenn die Verhältnisse für die Literatur günstiger werden, auch die Schlagschatten geben (»Am offenen Meere«), die nicht fehlen dürfen, soll das Bild vollständig sein.
Erstes Kapitel
Carlsson geht in Dienst
und wird für einen Schwätzer gehalten
Er kam wie ein Schneegestöber eines Aprilabends und hatte eine Kruke aus schwedischem Ton an einem Hungerriemen um den Hals. Clara und Lotte waren mit dem Netzboot nach dem Badeort Dalarö gefahren, um ihn zu holen; aber es dauerte Ewigkeiten, bis sie ins Boot kamen. Sie mußten zum Kaufmann, um eine Tonne Teer zu besorgen, und zur »Aptheke«, um graue Salbe fürs Ferkel zu kaufen; und dann mußten sie auf die Post, um eine Freimarke zu holen; und dann mußten sie zu Fia Lövström, um den Hahn zu borgen, gegen ein Halbpfund dünnes Garn zum Netzbau. Und zuletzt waren sie im Gasthaus gelandet, in das Carlsson die Mädchen zu Kaffee mit Kuchen geladen hatte.
Endlich kamen sie doch ins Boot.
Carlsson wollte steuern, aber das konnte er nicht; er hatte noch nie einen Rahsegler gesehen, daher schrie er, sie sollten die Fock hissen, die gar nicht vorhanden war.
Auf der Zollbrücke standen Lotsen und Zöllner, die über das Manöver grinsten, als das Boot über Stag ging und abgetrieben wurde.