Der Pastor ließ den Stoff fallen und fing an, auf dem Herdstein seinen Hering zu essen.
– Du hast wohl keinen Schnaps bei dir? begann er von neuem. Siehst du, meine Alte schließt alles Starke ein, und ich kriege so früh nichts.
Gustav hatte Branntwein. Der Pastor nahm sich einen gehörigen Schluck. Darauf wurde er gesprächig und schwatzte alles mögliche über die Angelegenheiten des Kirchspiels, sowohl die äußeren wie die innern.
Auf den Steinen vorm Schuppen sitzend, sahen sie die Sonne untergehen und die Dämmerung sich wie ein melonenfarbiger Nebel über Kobben und Wasser legen. Die Möwen gingen auf der Tangbank zur Ruhe, und die Krähen zogen nach den innern Schären, um in den Wäldern Nachtquartier zu suchen.
Es ward Zeit, zu Bett zu gehen. Erst aber mußten die Mücken aus dem Schuppen verjagt werden. Zu diesem Zweck wurde die Tür geschlossen und der Raum mit »Schwarzem Anker« vollgeraucht; darauf wurde die Tür wieder geöffnet und die Jagd mit Ebereschenzweigen unternommen.
Die beiden Fischer warfen die Röcke ab und kletterten in ihre Kojen.
– Jetzt mußt du mir noch einen Flohschluck geben, bettelte der Pastor, der schon sein gehöriges Teil erhalten hatte.
Auf dem Bettrand gab Gustav ihm die letzte Ölung. Dann wollte man schlafen.
Es war dunkel im Schuppen; nur der eine und der andere Streifen Tageslicht brach durch die undichten Wände. Doch in der schlechten Beleuchtung fanden einzelne Mücken ihren Weg zu den Schläfrigen, die sich in ihren Kojen wanden und warfen, um den Quälgeistern zu entgehen.
– Nein, das ist doch toll! stöhnte schließlich der Pastor. Schläfst du, Gustav?