Ach, welch erbärmlich Volk ist’s, das unten haust im Tal;
Das bimmelt und das klingelt, bekreuzt sich, und zumal
Glaubt Sagen, alte, aufgefärbte, von dem Gotte,
Getötet durch die Mistel, den Baldur licht und rein,
Und glaubt nicht an den Riesen, der selber wirft den Stein,
Eh’ er sich stein’gen ließe von der Zwergenrotte!
Nun sinkt ins Meer die Sonne, still bricht die Nacht herein,
Und alle Menschen rüsten sich zum Schlafe.
Da klingt gen Spuk und Wetter das Abendglöckelein,
Und in den Betten stammeln Gebete Groß und Klein,
Denn Finsternis dünkt jedem Frommen Strafe.
(Es dunkelt, von der Kirche her ertönen dreimal drei Glockenschläge.)
Der Riese liebt das Dunkel, in dem die Ruhe thront,
Im Dunkel herrscht die Stille, wo der Gedanke wohnt,
Denn vor der Sonne tanzen doch nur Mücken.
(Eine Eule kommt geflogen und setzt sich ihm auf die Schulter.)
Da ist mein Lieblingsvogel, mein Nachtfreund und Berater,
Zwei Augen und zwei Schwingen, mit Krallen wie ein Kater.
Man glaubt im Bund dich mit des Teufels Tücken!
Sing, kleiner Vogel, mir dein altes kluges Lied.
In Schwarz schaust du die Welt und singst doch stets —
Snee wit!
Der Hoberg-Alte
Um Weisheit kann man dich allein befragen,
Gebären Berge Ratten, füllst du den Kropf dir gut,
Und überwuchern Hasen, hältst Razzia in der Brut,
Und niemand wird den Strauß mit Ries’ und Vogel wagen.