– Latein! Ablativus! Herr Jesus, sollen die Mädchen auch damit verdorben werden?
– Ja, sie sollen ebensoviel wissen, wie ein Mann weiss, wenn sie sich einmal verheiraten: dann wird es eine rechte Ehe geben.
– Aber, liebes Kind, alle Ehemänner können doch nicht Latein! Ich kann ja nicht mehr als ein einziges Wort Latein, und das ist Ablativus! Und wir sind doch glücklich! Übrigens ist man ja dabei, Latein auch für die Männer, als überflüssig, abzuschaffen! Könnt ihr aus dem Beispiel nichts lernen? Ist es nicht genug, dass das männliche Geschlecht verdorben ist; will man nun auch noch das weibliche verderben? Ottilie, Ottilie, warum hast du mir das getan?
– Von dieser Sache will ich nicht mehr sprechen. Aber unsere Liebe, Wilhelm, ist nicht gewesen, wie sie hätte sein müssen. Sie ist sinnlich gewesen!
– Aber, liebes Herz, wie hätten wir denn Kinder bekommen sollen, wenn unsere Liebe nicht auch sinnlich gewesen wäre. Aber sie ist nicht nur sinnlich gewesen!
– Kann etwas auf ein Mal schwarz und weiss sein? Das möchte ich fragen. Antworte darauf!
– Ja, das kann es; dein Sonnenschirm ist aussen schwarz, aber inwendig weiss.
– Sophist!
– Hör mal, mein geliebtes Kind, sprich mit deiner eignen Zunge und deinem eignen Herzen, und nicht mit Ottiliens Büchern! Nimm deinen Verstand gefangen und werde du selbst, meine geliebte, kleine Frau!
– Dein, dein Eigentum, das du mit deiner Arbeit kaufst!