Der Mann kam eines Abends mit einem Notenheft nach Haus und sagte zu seiner Frau:

– Nach dem Essen wollen wir vierhändig spielen.

– Was hast du da für ein neues Stück? fragte die Frau.

– Ich habe „Romeo und Julia“ gekauft. Kennst du das?

– Ja, gewiss kenne ich das, antwortete sie, aber ich weiss nicht, ob ich es je habe aufführen sehen.

– Oh, es ist herrlich! Ich denke daran wie an einen Jugendtraum, aber ich habe es nicht mehr als einmal gehört, und das war vor zwanzig Jahren.

Nach dem Abendessen, nachdem die Kinder zu Bett gebracht waren und es still im Hause geworden, zündete der Mann die Lichter auf dem Pianino an. Er liest auf dem fein lithographierten Titelblatt: „Romeo und Julia.“

– Dies ist Gounods schönste Komposition, sagt er, und ich glaube nicht, dass sie allzu schwer ist.

Seine Frau übernimmt wie gewöhnlich die erste Stimme, und so beginnt man. D-dur, Vier-Viertel-Takt, Allegro giusto.

– Das ist schön, nicht wahr? sagt der Mann nach dem Schluss der Ouvertüre.