Seine Arbeit füllte seine Zeit nicht aus, denn der Hof wurde von den Frauen verwaltet. Er begann Landwirtschaft zu studieren und wollte Verbesserungen einführen, wurde aber daran gehindert. Als er allein zu herrschen versuchte, machte man ihm jede Tätigkeit unmöglich.

Schliesslich wurde er müde. Er hatte längst zu sprechen aufgehört, weil er immer sicher war, dass man ihm widersprach. Durch Mangel an gleichdenkenden Kameraden und Unglücksgenossen wurde sein Verstand allmählich stumpf; sein Nervensystem war ruiniert; er vernachlässigte sein Aussehen und begann zu trinken.

Bald war er kaum noch zu Haus. Oft lag er betrunken im Gasthaus oder bei Bauern. Er trank mit jedem und ohne aufzuhören. Es war ihm eine Linderung, sein Gehirn durch Alkohol in Arbeit zu setzen, und dann konnte er sprechen. Es war schwer zu entscheiden, ob er trank, um mit jemand sprechen zu können, der nicht widersprach; oder ob er trank, um zu trinken.

Um sich Geld zu schaffen, verkaufte er an die Bauern heimlich Vorrechte oder Getreide, denn die Kassen wurden von den Frauen verwaltet. Schliesslich brach er in seine eigene Kasse ein und stahl.

Man hatte jetzt immer einen kirchlich gesinnten Inspektor, denn der letzte war wegen Trunksucht verabschiedet. Als man endlich, mit Hilfe des Pastors, so weit gekommen war, dass dem Gastwirt der Verkauf von Alkohol verboten wurde, begann Herr Frithiof mit den Knechten zu trinken. Skandal folgte auf Skandal.

Herr Frithiof wurde schliesslich ein ausgebildeter Trinker, der die Fallsucht bekam, wenn man ihm nicht etwas Starkes zu trinken gab.

Schliesslich musste er in eine Anstalt gebracht werden, um dort als unheilbar zu bleiben.

In hellen Zwischenstunden, wenn er sein Leben überschauen konnte, empfand er ein tiefes Mitleid mit allen jungen Mädchen, die an ungeliebte Männer verheiratet werden; er fühlte es um so tiefer, als er den ganzen Fluch, den die Vergewaltigung der Natur zur Folge hat, am eigenen Leibe erfahren hatte; und er war doch nur ein Mann.

Er suchte die Ursache zu seinem Unglück in der Familie als wirtschaftlicher Einrichtung; die verhindert ja, dass das Kind zur rechten Zeit für ein selbständiges Leben als Individuum frei wird.

Seine Frau klagte er niemals an, denn sie war wohl ebenso unglücklich wie er, ein Opfer derselben Missverhältnisse, die man mit dem Namen Gesetz ehrt.