– Ich habe deinen Vater gekannt; wir waren Jugendfreunde, und ich schätzte ihn sehr. Geh auf deinen Posten zurück und halt die Gedanken beisammen.

Ich trat wieder ans Rad und tat mein Äusserstes, um aufmerksam zu sein. Aber der Chef ging auf und ab, und ich fühlte, wie er mich ansah.

Als die Wache zu Ende war und ich in die Kadettenmesse hinunter kam, wurde ich von den Kameraden umringt und gefragt, was der Chef gesagt habe.

Als sie hörten, dass er meinen Vater gekannt habe, sahen die Jüngeren mit einer gewissen Achtung zu mir auf; aber die Älteren sahen arglistig aus, ich konnte nicht verstehen, warum.

Einige Tage später sassen wir, einige Kameraden und ich, auf Halbdeck und splissten Taue. Wir schwatzten über alles Mögliche. Ich aber, der ich immer ein sehr nervöses Temperament gehabt habe, so empfindlich wie eine Kompassnadel, empfand eine gewisse Unruhe, als ob jemand mich fixiere. Ich drehte mich mehrere Male um, um nachzusehen, wessen Augen mich so eigensinnig und energisch verfolgen könnten. Schliesslich blieben meine Blicke auf einem kleinen runden Fenster haften, das zu der äusseren Kajüte des Chefs gehörte, und da sah ich die beiden schrägen Falten um seinen Mund, nicht mehr, die Augen hatte er hinter der Gardine verborgen. Das beunruhigte mich, ohne dass ich hätte sagen können, warum.

Zwei Tage später erhielt ich abends den Befehl, mich in der Kajüte des Chefs einzufinden. Es war ein elegant möblierter Raum mit Büchergestellen, Gemälden, Photographien und einem Orgelharmonium. Drinnen beim Chef sass der Sekond. Er hielt seine Mütze in der Hand und sah verlegen aus.

– Herr Korvettenkapitän, begann der Chef mit einem unnatürlich geläufigen Ton; dieser junge Mann ist der Sohn meines verstorbenen Jugendfreundes, der mir einmal einen unschätzbaren Dienst geleistet hat. Ich fühle mich dem edlen Mann verpflichtet und will deshalb seinen Jungen etwas in die Hand nehmen. Ich werde seine Erziehung leiten, solange er mit mir an Bord ist.

– Willst du mein Schüler werden? wendete er sich zu mir.

Ich war von dieser grossen Gunst, die mir der Freund meines verstorbenen Vaters anbot, so verwirrt, dass ich nur einige unverständliche Worte der Dankbarkeit stammeln konnte.

Er lud mich zum Sitzen ein, und der Sekond bekam einen Wink, dass die Audienz aus sei.